Orthopädie und Unfallchirurgie

Die körperliche und sonographisch versierte Untersuchung durch einen kompetenten Fachorthopäden liefert bei fast 90 % der Patienten eindeutige Hinweise auf die Ursache der Beschwerden. Manche zusätzliche Röntgen- oder teure MRT-Untersuchung wird dadurch überflüssig. Ebenso wie bei der Diagnostik, können jedoch auch bei der Therapie zahlreicher orthopädischer und unfallchirurgischer Krankheitsbilder die aufwendigen und teils strahlenbelastenden Maßnahmen durch konservative Behandlungstechniken vermieden werden.

Konservative Therapie in der Unfallchirurgie

Bei bestimmten unfallchirurgischen Krankheitsbildern ersetzt der konservative Ansatz die herkömmlichen diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen. Manchmal können damit sogar operative Eingriffe umgangen werden. Bei Bandverletzungen des Sprunggelenkes ist beispielsweise die Kinesiotape-Behandlung in Kombination mit einer mehrfachen Stoßwellentherapie erfolgreich. Nach bisheriger Erfahrung erzielt bereits die erste Behandlung eine gut messbare Schmerzreduktion. Nach weiteren drei Behandlungen innerhalb drei Wochen sind die meisten Patienten nahezu schmerzfrei. Die Behandlung verzichtet zudem komplett auf den Einsatz von Unterarm-Gehstützen, oder reduziert deren Einsatz auf einen Zeitraum von drei Tagen.

Kleinere Frakturen ohne Verschiebung der Knochenfragmente heilen unter der Stoßwellentherapie oft ohne Gips oder anderweitige Ruhigstellung in der Hälfte der Zeit. Die mit einem Achillessehnenriß einhergehenden Schmerzen lassen sich mit Hilfe der Stoßwellenbehandlung deutlich reduzieren; gleichzeitig wird die Regeneration der Sehne beschleunigt und lässt sich sonographisch verfolgen.

Oberarmkopffrakturen bei älteren Menschen sprechen auf eine konservative Behandlung mit Stoßwellen ähnlich gut an wie auf eine Operation, wenn keine gravierende Fehlstellung der frakturierten Knochen vorliegt. Größter Vorteil des konservativen Vorgehens gerade bei diesen Patienten ist jedoch das Vermeiden des Operations- und Narkoserisikos.

Auch bei Kindern lassen sich bestimmte Knochenbrüche (z.B. Grünholzfrakturen) mit Stoßwelle und Kinesiotape ohne behindernden Gipsverband und ohne Bewegungseinschränkung erfolgreich behandeln.

Die Vorteile der Stoßwellentherapie in der Unfallchirurgie (Schmerzreduktion, Verzicht auf Ruhigstellung, keine Gipsschienung, ggf. Verzicht auf operativen Eingriff) erstrecken sich darüber hinaus auch auf die pathologischen Frakturen und sogenannte Ermüdungssbrüche. Ebenso sprechen größere Blutergüsse, schwer heilende Wunden, oder Gelenkschwellungen nach Verletzung sehr gut auf die Stoßwellentherapie an.

Konservative Therapie in der Orthopädie

In der Orthopädie ist die konservative Behandlung auf das Vermeiden einer Operation ausgerichtet. Sie folgt dem Grundsatz: Zunächst werden die vorhandenen und bewährten körperschonenden, nicht-operativen Behandlungsmöglichkeiten ausgereizt!

Orthopädische Erkrankungen sind häufig verbunden mit Funktionseinschränkungen der Sehnen, der Muskulatur und der Gelenke. Die häufigste Erkrankung ist die Arthrose. Die konservative Behandlung bei der Gelenksarthrose konzentriert sich auf die Schmerzreduktion z. b. mittels Akupunktur. Der gleichermaßen angestrebte Aufbau der Muskulatur führt zur Entlastung des Gelenks. Mit der Stoßwellentherapie wird zudem die Regeneration des Gelenks angeregt. Auch die Injektionsbehandlung mit Hyaluron kommt zum Einsatz.

Wichtigstes Ziel unseres konservativen Therapieansatzes ist die Erhaltung der eigenen Gewebe- und Gelenkstrukturen unter Einsatz von Behandlungsmethoden, die die Selbstheilung des Körpers und dessen Regeneration stimulieren.

Zu den meist schmerzhaften Krankheitsbildern, die neben der Arthrose gut auf Stoßwellentherapie anspricht, gehören

  • plötzlich auftretende Schulterschmerzen bei Verkalkung (Tendinosis calcarea)
  • Supraspinatussehnen-Syndrom an der Schulter
  • Knieschmerzen (Patellaspitzensyndrom), z.B. nach sportlicher Belastung
  • Tennis-Ellenbogenarm (Epikondilitis radialis oder ulnaris), z.B. nach längerer Arbeit am PC
  • Achillessehnenschmerzen (Achillodynie)
  • Fersensporn, eine übermäßige Knochenwucherung am Fuß.

Wie die Stoßwellentherapie wirkt, siehe unten. Weitere Krankheitsbilder, beispielsweise die Spinalkanalstenose, oftmals auch der Bandscheibenvorfall, gehören traditionell in die Hände des Operateurs. Auch in diesen Fällen lohnt sich jedoch ein konservativer Behandlungsversuch, zumindest solange noch keine neurologischen Ausfälle aufgetreten sind.

Zu den in unserer Praxis durchgeführten konservativen Behandlungsverfahren zählen

  • fokussierte und radiale Stoßwellentherapie
  • Akupunktur
  • Chirotherapie und Osteopathie
  • Kinesiotaping
  • Spritzentherapie mit Hyaluron
  • Injektionsbehandlung mit Lokalanästhetika, ggf. Kortison.

Diese Verfahren werden in der Regel mit physikalischer Therapie ergänzt. Die Krankengymnastik und das Vibrationstraining sind wichtige Ansatzpunkte der Behandlung von Osteoporose. Beide sind im Vergleich zur chemischen Wirkung von Medikamenten neutral, stärken auf natürlichem Weg den gesamten Bewegungsapparat und hemmen die Ausbildung einer Osteoporose. Insbesondere das Vibrationstraining wirkt der Osteoporose sogar aktiv entgegen und fördert den Knochenaufbau, wie Studien der Sporthochschule Köln belegen. Nach wie vor gilt jedoch auch hier: Wichtigste Voraussetzung für einen Behandlungserfolg ist die aktive Mitarbeit des Patienten!

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