Dupuytren-Therapie

Die Dupuytren-Krankheit ist eine nicht schmerzhafte Erkrankung des Bindegewebes an der Innenfläche der Hand. Sie ist durch eine gutartige Verdickung charakterisiert, die meist im beweglichen, weichen Bereich nahe der Fingergrundgelenke auftritt.

Die typischen Anzeichen einer Dupuytren-Erkrankung sind:

  • Verdickung der Haut in der Handinnenfläche mit Einziehungen;
  • gut zu ertastender Strang unter der Haut im Handteller;
  • zunehmende Unfähigkeit, die Finger zu strecken.

Nadelfasziotomie
Dieser kleine operative Eingriff erfolgt in örtlicher Betäubung. Mit einer Stichkanüle, wird das erkrankte Gewebe durchtrennt. Nach der Operation wird für 3-4 Tage eine kurze Gipsschiene angelegt, die nachts gegen eine Lagerungsschiene ausgetauscht wird. Nach 4 Tagen erfolgt der erste Verbandwechsel. Bei der Nadelfasziotomie bleibt die Haut intakt. Typische, aber seltene Komplikationen sind Infektion und Blutung, evtl. kann es zu einer Beugesehnen- oder Nervenverletzung kommen.

Die Behandlung erstreckt sich über 4 Termine: 1. Beratung, Indikationsstellung und Aufklärung über den Eingriff, 2. Operativer Eingriff, 3. Verbandswechsel, und 4. nach 6 Wochen eine Videokontrolle.

Kosten ca. 280-350 €

 

Kollagenase-Therapie
Die Behandlung wird mittels der Injektion eines enzymhaltigen Präparats (Xiapex®) eingeleitet. Das Enzym löst die bindegewebigen Faserstränge im betroffenen Bereichs des Handtellers über einen Zeitraum von 24 – 36 Stunden auf. Anschließend dehnt der behandelnde Arzt die Stränge manuell auf, womit die Streckfähigkeit der Finger wiederhergestellt wird.

Auch bei diesem Verfahren bleibt die Haut intakt. Zu den seltenen Komplikationen zählen eine allergische Reaktion, Hautnekrose, Einblutung, Verletzung oder Auflösung der Beugesehne.

Für die Behandlung sind 5 Termine einzuplanen: 1. Beratung, Indikationsstellung und Aufklärung über den Eingriff, 2. Injektionsbehandlung, 3. nach 24 Std. manuelle Aufdehnung und Verbandswechsel, 4. nach 1 Woche Wundkontrolle, und 5. nach 6 Wochen Videokontrolle.

Im Anschluß an eine Kollagenase-Behandlung muss man die behandelte Hand sechs Wochen lang schonen und darf sie nicht zu schweren oder dauerhaften beruflichen oder sportlichen Tätigkeiten einsetzen .

Die Behandlungskosten sind wegen des Präparatepreises hoch. Eine Ampulle Xiapex® kostet derzeit ca. 1.200 €. Hinzu kommen die ärztlichen Behandlungskosten in Höhe von ca. 250-300 €.

Die Kosten für Xiapex® werden von den Krankenkassen in der Regel nicht übernommen.

 

Alternativ zu den beiden oben beschriebenen Verfahren bieten handchirurgische Abteilungen einen ambulanten operativen Eingriff an, bei dem der erkrankte Strang unter örtlicher Betäubung oder Allgemeinanästhesie ausgeschält wird. Im Unterschied zu den geschilderten Verfahren entsteht hierbei eine größere Wundfläche und sind deshalb die Risiken einer Blutung und Infektion höher. Auch Wundheilungsstörungen können auftreten.

Alle dargestellten Behandlungsmaßnahmen tragen unterschiedliche Risiken und haben Vor- und Nachteile, die zwischen dem Arzt und dem Patienten individuell erörtert werden müssen. Die Erfolgsrate ist bei allen genannten Techniken vergleichbar hoch und liegt in der Langzeitbeobachtung von 5 Jahren bei ca. 70%.

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